Jedes Kind ist einzigartig

Elternabend an der Montessorischule

 

Schulluft schnuppern heißt es derzeit für viele Kinder und deren Eltern an der Montessorigrundschule in der Fleischgasse. Um intensiv mit Montessoripädagogik in Berührung zu kommen, Kollegium und Schulleben an einer Montessorischule kennenzulernen, fand am Donnerstag im neubezogenen Fachraumgebäude für Interessierte ein Elternabend statt.

Nach der Begrüßung durch Studienrätin Lisa Wax startete Sophie Gerstl mit dem Kinderbuch „Wie die Ziege schwimmen lernte“. Sie zeigte damit auf, dass jedes einzelne Kind mit unterschiedlichsten Begabungen ausgestattet ist. Die Ärztin und Mathematikerin Maria Montessori kam zu der Erkenntnis: „Jedes Kind ist einzigartig, deshalb gibt es kein Programm, das alle Kinder durchlaufen müssen. Es gibt auf die Entwicklung abgestimmte Angebote, aus dem jedes Kind für sich selbst auswählen kann…… Jedes Kind soll sich individuell entfalten. Das Tempo bestimmen die Kinder, nicht die Erwachsenen.“

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Daraus erschließt sich, dass Lehrer an Montessorischulen weder Unterrichter noch Belehrer sind, sie sind auch keine Prüfer und Benoter, sondern haben die Aufgabe für eine vorbereitete Umgebung zu sorgen und den Kindern beratende Begleiter zu sein. Astrid Buchhauser führte dies anhand geeigneter Beispiele auf. Eine wesentliche Rolle spielt die vielfältige Materialarbeit im Lernprozess der Kinder. „Montessorimaterial ist der Schlüssel zur Welt“, so Montessori. Die Kinder üben den behutsamen, pfleglichen Umgang damit. Jedes Material vermittelt einen Lernschritt. Es führt zu Selbstständigkeit. Durch Handeln entsteht Begreifen und es bietet dem Kind Fehlerkontrolle.

Sabrina Lauerer demonstrierte während ihrer Ausführungen den Einsatz des Perlenmaterials. Natürlich könnten Kinder auch wählen, ob sie allein oder mit Partner arbeiten wollten. Dies führte Roswitha Brüggemann aus. Sie ging auch auf die Jahrgangsmischung und deren Vorteile ein und stellte unterschiedlichste Stilleübungen vor, durch die Kinder u.a. zu Konzentration, Rücksichtnahme, Entspannung und Aufnahmebereitschaft geführt würden.

Wesentliche Elemente an unserer Montessorischule seien Musik, Rhythmik und Theater dies bewies Theaterpädagogin Christine Hötschl. Aus den Zuhörern wurden Mitwirkende als sie die Wirkung einer Klangkette erfahren ließ. Hier galt es mit äußerster Konzentration abzuwarten, um den passenden Zeitpunkt für die eigene Aktivität zu finden und so den Zauber gemeinsamen Handelns zu erleben. Frau Hötschl stellte daneben auch den Fachunterricht vor. Neben Religion, würden Ethik, Englisch, Mathematik Plus, Werken und Sport angeboten.

tulpe1 tulpe2Martin Hammerer drehte vor einigen Jahren den Film „Freiarbeit – ungeschminkt!“, den Julia Hammerer den Eltern präsentieren konnte. Was, wann, womit und mit wem gearbeitet wird entscheidet das Kind weitgehend in der Freiarbeit selber, damit es sich entfalten kann. In ihrer eigenen Montessoriausbildung verschrieb sich Heidi Zirngibl besonders der modernen Gehirnforschung. „Wie lernt ein Kind effektiv?“ Emotionale Beteiligung ist hier das Zauberwort und durch die Voraussetzungen, die an der Schule geboten würden, sei dies optimal möglich.

Nachdem Vorstandsmitglied Irene Geiss über Schulgeld, Elternabend und Organisatorisches den Eltern Rede und Antwort stand, rundete Lisa Wax den Abend mit der bekannten Tulpengeschichte von Maria Montessori ab. Damit Interessierte Einblick in die Montessorischule erhalten, werden ständig Hospitationsmöglichkeiten angeboten.

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