Abschiedsinterview mit Montessori-Schulleiter Klaus Ecker

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe vor ein paar Jahren ein Bild von meinem ersten Schultag in den Händen gehabt. Vielleicht bildet man sich da noch ein paar Erinnerungen ein. Aber nein, keine wirklich bleibenden. Weder gut noch schlecht.

 

Waren Sie ein guter Schüler?
Na ja. Mehr mittel als prächtig. Ich glaube, ich habe schon als Schüler einen kritischen Blick auf Noten entwickelt. Zum Lernen hatte ich nicht wirklich Zeit. Die brauchte ich für alle möglichen Ballsportarten. Aber, ich habe alles Schulische und weitere Prüfungen beim ersten Mal geschafft.

Warum sind Sie Lehrer geworden?
Wenn ich das so genau wüsste. Vielleicht, weil meine beiden älteren Schwestern auch Volksschullehrerinnen geworden sind (erst später wurde unterschieden in Grund- und Hauptschullehrer). Allerdings wollte ich unbedingt Sportlehrer (Gymnasium) werden, doch nach zwei Semestern musste ich wegen einer Knieverletzung aufhören und wechselte ins Volksschulstudium.
Im Nachhinein betrachtet habe ich aber genau die richtige Wahl getroffen – so sagt mir zumindest mein Gefühl.
Da fällt mir noch ein: Eventuell dachte ich bei der Berufswahl, ich hätte genug Zeit, Sport zu treiben – was ja auch irgendwie stimmt, denn man kann sich die Zeit sehr gut einteilen.

Sie haben 20 Jahre Ihres Berufslebens an einer Regel-Grund- und Hauptschule unterrichtet. Warum sind Sie nicht geblieben?
Da könnte ich eine lange und ausführliche Antwort geben. Ausgangspunkt war wieder eine meiner Schwestern. Die wechselte ein paar Jahre vorher in die Montessori-Schule Eggenfelden. In Gesprächen hörte ich von der Art und Weise, wie hier der Unterricht stattfindet, welche Möglichkeiten man als Lehrkraft hat und wie man die Kinder begleiten kann. Das hat mich fasziniert und neugierig gemacht. In der Montessori-Ausbildung, die ich zusammen mit Frau Wax und Frau Winkler (beide waren mit mir an der Monte – Frau Winkler hört in diesem Jahr bei uns auch auf) absolviert habe, habe ich sehr vieles über mich selbst gelernt. Und das, so glaube ich, bringt mehr für die Kinder als pures Faktenwissen und Auswendiglernen von unendlichem Wissensstoff. So wurde mir klar, dass ich in diesem neuen System die Würde der Kinder viel besser achten kann. Aber diese Gedanken sind natürlich erst richtig im Rückblick entstanden.

Was braucht eine gute Schule?
Menschen. Menschen, die die Würde der anderen achten – egal ob es Mitarbeiter oder Kinder sind. Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen; egal ob „Untergebene“ oder Schüler*innen. Aber das darf auch nicht gespielt sein. Das muss authentisch (ich mag diesen Begriff nicht so gerne) sein. Nur dann funktioniert das wichtige Zusammenleben. Dazu braucht man Lehrer*innen, die die Schüler ermutigen, ihnen Selbstwertgefühl und – schon wieder dieser Begriff – Würde geben. Kann man das mit den Vorgaben, wer wo, was und wie zu lernen hat und den damit verbundenen ständigen Bewertungen und Noten? Ich bezweifle das. Das ganze System ist meines Erachtens auf zu viel Zufall aufgebaut – wo und wie wachse ich auf, wieviel und welche Qualität von Unterstützung ich von meinen Eltern, meiner Umgebung bekomme, wieviel Zeit haben andere für mich. Nicht alle haben Eltern, die Zeit oder wenigstens Geld haben, ihren Schützlingen Nachhilfe geben zu können. Nur, um den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Alle die behaupten, sie hätten es alleine geschafft, hatten Glück. Auch ich hatte Glück, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute als Begleiter und Anleitende zu haben.

Noch ein kleiner Nachsatz: Es gibt den Vorwurf, dass sich auch unsere Schule nicht alle leisten können. Das stimmt nicht: der Verein hilft so gut es geht diesen Eltern, damit sie es stemmen können. Es gilt nämlich: Jeder sollte unsere Schule besuchen dürfen.

Was macht einen guten Lehrer aus?
Es sind unter anderem die Lehrer*innen, die eine gute Schule ausmachen. Noch einmal: Für mich ist das Wichtigste der Umgang mit den Kindern, sie neugierig zu machen, ihnen Zeit zu geben, sie selbst ausprobieren zu lassen und im richtigen Augenblick die entscheidenden Impulse zu geben. Jeder von uns hat vielleicht schon mal das Glück gehabt, einen dieser guten Lehrer*innen gehabt zu haben. Positiv ausgedrückt: Es kann nicht genug davon geben!

Das schönste Erlebnis in Ihrer beruflichen Laufbahn?
Ich hatte ehrlich so viele schöne Momente mit Schüler*innen, dass ich da nichts rausgreifen möchte. Das würde alle anderen Momente abwerten.

Und das schwierigste?
Das negativ einprägsamste: Ich hatte einen Schüler, da war der Weg irgendwie vorgezeichnet. Da wusste ich wirklich, dass der keine Chance im Leben bekommen würde. Schrecklicherweise hatte sich das im weiteren Lebensweg bewahrheitet. Durch Zufall erfuhr ich Jahre später vom tragischen Schicksal dieses Buben, dem ich und auch andere nicht helfen konnten.

Lange Zeit gab es in Landau „nur“ die Montessori-Grundschule. Sie haben maßgeblich am Aufbau der Montessori-Mittelschule mitgewirkt. Warum war Ihnen das so wichtig?
Das war eigentlich nur logisch. Da ich glaubte, dass unsere Schüler im Schnitt etwas selbstbewusster sind und dass die unbewusst mitbekommen, dass man nicht wegen der Noten, dem Lehrer oder anderen Personen lernt sondern für einen selbst, wollte ich dieses Selbst-Bewusstsein weitere Jahre stärken. Selbstwirksamkeit und Würde sind für mich die Basis für ein zufriedenes Leben. Und – ich weiß, dass etliche Schüler*innen unsere Schule mit diesem Selbstbewusstsein beendet haben.

Worauf sind Sie rückblickend stolz?
Auf das eben Genannte. Viele Ex-Schüler*innen schauen immer noch bei uns vorbei – freiwillig und gerne!

Sie erwecken einen sehr ruhigen, geduldigen Eindruck. Gibt es etwas, worüber Sie sich so richtig aufregen können?
Im Sport lernt man, dass sich das „Sich-aufregen“ meistens nicht viel hilft. Ich mache mir viele Gedanken über sehr Unterschiedliches. Jeder hat das Recht, solange er die Freiheit des Nächsten beachtet, zu handeln und zu denken wie er will. Da rege ich mich dann höchstens mal gedanklich auf bzw. tausche ich mich mit meiner Frau, meiner Familie oder Freunden aus und das ist dann mehr konstruktiv an- als aufregend. In der Coronakrise gab es jedoch Situationen und vor allem Handlungen und Gedankengänge von Leuten, die ich nicht nachvollziehen konnte. Da halte ich es mit dem Philosophen Precht, der in seinem neuen Buch von der Pflicht schreibt.

Welche Erfahrungen möchten Sie nicht missen?
Nur durch Erfahrungen (die sind mit Gefühlen verbunden) lernt man – lebenslang. Da gab und gibt es in meinem Leben genug „Lerninhalte“. Eigentlich stellt sich eher die Frage, welche Erfahrungen ich missen möchte. Aber das behalte ich dann doch besser für mich.

Was werden Sie vermissen?
Das weiß ich noch nicht.

Und worauf freuen Sie sich?
Endlich diese ganze überbordende (und teilweise unnötige) Bürokratie hinter mir zu lassen.  Die hat, wie ich aus vielen Richtungen mitbekommen habe, in allen Bereichen überproportional zugenommen, verbunden mit einer Art „Überwachung“ – es ist viel einfacher jetzt, mit einem Mausklick Daten zu sammeln; für alle möglichen und unmöglichen Auswertungen. Wenn wenigstens die richtigen und notwendigen Schlüsse gezogen und umgesetzt werden würden.

Auf einen Punkt freue ich mich allerdings auch noch: Zum ersten Mal in meinem Leben (mit Ausnahme der Studienzeit) kann ich außerhalb der Ferien Urlaub machen.

Was wünschen Sie Ihren Schülern für die Zukunft?
Eine gute Schule mit guten Lehrer*innen. Und den Lehrer*innen unserer Schule eine offene und wohltuende Atmosphäre; die die entscheidende Basis für eine gute Schule ist. Und das wird für die Zukunft der privaten Schulen eine entscheidende Rolle spielen. Nur wer sich wohlfühlt, bleibt (als Lehrer*in) an der Schule; auch wenn die Bezahlung nicht unbedingt der der staatlichen Schule entspricht. Denn der Staat wird in Zukunft auf Grund des Lehrermangels alles tun, um Lehrer*innen zu „rekrutieren“.

Und Ihrer Nachfolgerin?
Dass sie auch so viel Glück hat, wie ich es hatte.

Text und Bild: BH

Montessori-Schüler werkeln in der Wissenswerkstatt

Wie muss ein Boot konstruiert sein, damit es schwimmen kann? Und warum ist die Titanic untergegangen? Das haben 16 Grundschulkinder der Montessorischule Landau in der Wissenswerkstatt in Passau herausgefunden. Dort durfte jeder sein eigenes Knatterboot bauen und dabei so ganz nebenbei Wissenswertes über physikalische Gesetze lernen.

Voller Tatendrang machten sich die Kinder in der riesigen Werkstatt an die Arbeit. Beim Messen, beim Sägen mit Thermocut und Dekupiersäge und beim Bohren fühlten sie sich ein bisschen wie die Großen. Am Ende hielt jeder sein eigenes Knatterboot in Händen und freute sich über das selbst hergestellte Werkstück. Es war ein sehr schöner Ausflug, den die Kinder mit Freiarbeitsbegleitung Marion Rampl und Christian Grassinger, einem Papa der Montessori-Schulfamilie, unternommen haben.

Text und Bilder: BH

Informationen bezüglich der Corona-Maßnahmen

Informationen bezüglich der Corona-Maßnahmen

30. September 2020

Liebe Eltern,

im Anhang erhalten Sie die Leitfäden zum Umgang mit Krankheitssymptomen Ihrer Kinder für die Grund- und Mittelschule sowie die Corona-Regeln zur besseren Veranschaulichung für unsere Grundschüler.

Aktuell befinden wir uns in STUFE 2 des Corona-Stufenplanes.

Sollte eine Stufenänderung vom Gesundheitsamt beschlossen werden, teilen wir Ihnen dies unverzüglich per Mail bzw. kurzfristig über die Klassen-Whats-App-Gruppen mit. Bitte beachten Sie, dass Meldungen in den öffentlichen Medien nicht offiziell gültig sind oder auch falsch sein können.

Bitte beachten Sie:

Falls das Gesundheitsamt in der Zukunft eine Stufenerhöhung auf Stufe 3 beschließen sollte, können an unserer Schule weiterhin alle Schüler gemeinsam in unseren Schulgebäuden vor Ort beschult werden.

Das Schulamt teilte uns mit, dass auch in Stufe 3 die Busbeförderung wie gewohnt stattfinden darf.

Selbstverständlich steht es Ihnen frei Ihr Kind mit dem Auto zu befördern. In diesem Fall bitten wir Sie, vor 8 Uhr an der Schule zu sein, damit der Eingangsbereich zeitlich versetzt von den Kindern genutzt werden kann.

Grundsätzlich besteht an unserer Schule die Pflicht, Ihr krankes Kind zu entschuldigen. Dies ist per Email oder telefonisch möglich und sollte bis spätestens 8 Uhr des ersten Krankheitstages erfolgen.

Ab dem 6. Krankheitstag (Schulfehltag) bitten wir um Vorlage eines ärztlichen Attestes. Diese Regelung gilt unabhängig von den Coronamaßnahmen.

Für Fragen stehen wir Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung.

Ihr Monte-Team

Anhang 1: Leitfaden Grundschule

Anhang 2: Leitfaden Mitttelschule

Freude am Lesen von Anfang an

Freude am Lesen von Anfang an

Lesetüten für die Erstklässler der Montessorischule

 

Neben Schultüten haben die Erstklässler der Montessorischule Landau zum Schulanfang auch Lesetüten bekommen. Steffi Walter vom Cactus Buchladen verteilte die mit altersgerechtem Lesestoff gefüllten Tüten an die Mädchen und Buben.

„Wir möchten damit unseren Beitrag dazu leisten, dass die Schulanfänger von Beginn an Freunde am Lesen haben“, sagte die Buchhändlerin. Durch gemeinsames Vorlesen und Selbstlesen sollen Kinder schon frühzeitig ermutigt werden, in die spannende Welt der Bücher einzutauchen. Denn Lesen ist der Schlüssel zu allen Bereichen der Bildung. „Wir freuen uns, wenn wir die Kinder beim Lesen lernen begleiten dürfen und helfen gerne weiter, die für verschiedene Lesetypen jeweils passenden Bücher zu finden“, sagte Steffi Walter.

Bild und Text: BH

Hiphop-Workshop mit Patrick Weißbrodt

„Wow, Kids! Das geht ab!“, ist nur einer der tausend coolen Sprüche von Patrick Weißbrodt, dem Tanzprofi und Hiphop-Coach aus Straubing. Und schon zum fünften Mal holte Christine Hötschl ihn an die Montessori-Schule, um möglichst allen Kindern und Jugendlichen dieses einzigartige Gefühl von Glück, Freiheit, Erfolg und Coolness erleben zu lassen.

Mitmachen durften heuer die Grundschüler der 3./4. Klasse und die Mittelschüler von der 5. bis zur 8. Klasse. Jede Gruppe lernte innerhalb der drei Tage eine eigene Choreografie.

Die Krönung des diesjährigen Workshops war der Abschlusstag am unsinnigen Donnerstag. Jede Gruppe präsentierte ihre einstudierte Choreografie am Schulfasching in der Aula vor allen Schülern und Lehrern und erntete dafür tosenden Applaus.

Text und Bilder: Chr. Hötschl

WiWe 2020

Montessori-Grundschüler in der Wissenswerkstatt

Landau. Was es mit Minus- und Pluspolen auf sich hat und wie ein Stromkreis aufgebaut ist, das hat eine Gruppe von Montessori-Grundschülern bei einem Besuch der Wissenswerkstatt in Passau gelernt. Begleitet von der pädagogischen Zweitkraft Marion Rampl und Michaela Grassinger, einer Mutter, fuhren 14 Mädchen und Buben im Zug in die Dreiflüssestadt. In der Wissenswerkstatt angekommen, erhielten sie ihre „Aufgabe“: Sie sollten einen Ventilator bauen. Mit Neugierde und Geschick machten sich die Drittklässler ans Werk. Unterstützt von ihren Begleitpersonen und den freundlichen Mitarbeitern der Wissenswerkstatt wurde gebohrt, geschraubt und gelötet, was das Zeug hielt. Am Ende hielt jeder seinen eigenen Ventilator in der Hand, der mithilfe einer Büroklammer ein- und ausgeschaltet werden kann. Auf der Heimfahrt wurde noch viel erzählt und gelacht. „Alles in allem war es wieder ein gelungener Ausflug“, so das Fazit von Marion Rampl, die mit Montessori-Grundschülern regelmäßig die Wissenswerkstatt in Passau besucht.

Text und Bilder: BH

Lehrreiche Einblicke in die Montessori-Pädagogik

Tag der offenen Tür an der Schule und im Haus für Kinder

Einen lehrreichen Schultag haben zahlreiche Besucher bei einem Tag der offenen Tür an der Montessorischule miterlebt. Die Grundschulkinder verblüfften die Gäste mit ihren mathematischen Fähigkeiten. Das Multiplizieren und das Dividieren großer Zahlen ist dank Montessori-Lernmaterialien wie dem „Schachbrett“ oder der „Apotheke“ für sie ein Kinderspiel. Dass sie keine Scheu haben, vor einem größeren Publikum aufzutreten, stellten die Schüler bei Referaten und Theateraufführungen eindrucksvoll unter Beweis.

In der Mittelschule konnte man beim Kochen zuschauen und dabei die ein oder andere Leckerei probieren. Die Technik-Begeisterten trafen sich in der Robotik-Werkstatt. Tüfteln und experimentieren konnte man auch im Montessori-Haus für Kinder. Dort standen die Türen ebenfalls für interessierte Besucher offen. Alle waren herzlich eingeladen zum Basteln und Forschen, aber auch zum Entdecken des Lernmaterials, mit dem die Drei- bis Sechsjährigen auf spielerische Weise ans Rechnen und Schreiben herangeführt werden.

Vorstände, Elternbeiräte und Mitarbeiter informierten ihre Gäste umfassend über die Organisation der Privatschule und des Kindergartens. Im „Café Montessori“ in der Schulaula wurden die Besucher mit selbst gebackenen Kuchen und Torten, frisch gebrühtem Kaffee und pikanten Imbissen verwöhnt.

Text und Bilder: BH

Schulhund Luna macht einen klasse „Job“

Wie der Unterricht mit einem Hund abläuft, darüber informierte sich Studentin Janina Marchel an der Montessori-Grundschule in Landau

Landau. Wenn Luna das Klassenzimmer betritt, gibt es viele strahlende Kinderaugen. Luna ist ein Schulhund. Zwei bis drei Tage pro Woche begleitet die Golden-Retriever-Dame ihr Frauchen, Beate Hirn-Hopfenspirger, an die Montessori-Grundschule in Landau. Beate Hirn-Hopfenspirger arbeitet dort als pädagogische Zweitkraft in einer Klasse. Auch Luna hat einen wichtigen „Job“ zu erledigen: Sie schenkt den Kindern Vertrauen, vermittelt Nähe, Sicherheit und Geborgenheit – Luna motiviert die Schüler zum Lernen.

„Das ist wirklich etwas Besonderes, ich finde das hochinteressant“, sagt Studentin Janina Marchel. Sie studiert derzeit an der Universität Regensburg „Soziale Arbeit“ und widmet ihre Bachelorarbeit dem Thema „Schulhund“. Um Näheres zu erfahren, hat sie Luna in „ihrer“ Klasse besucht – und lernte dabei eine freundliche, geduldige und anpassungsfähige Hündin kennen, die nichts aus der Ruhe zu bringen scheint. „Luna ist ein ausgesprochener Seelenhund“, findet Frauchen Beate Hirn-Hopfenspirger. Sie und ihre Familie haben die Hündin im zarten Alter von acht Wochen bei sich aufgenommen. Mit vier Monaten begannen Sozialisierungskurse, gleichzeitig ein Begleithundekurs mit anschließender Schulhundausbildung. Wesenstests und regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind ebenso selbstverständlich.

Im Alter von sechs Monaten begleitete Luna ihr Frauchen bereits an die Montessorischule in Landau. Das ist jetzt fast zehn Jahre her. Die Erfahrungen beschreibt Beate Hirn-Hopfenspirger als durchwegs positiv: Es habe weder kritische Vorfälle noch Probleme im Umgang zwischen Mensch und Tier gegeben. „Ein Kind mit Hundeangst konnten wir auf Wunsch der Eltern mit Partnerarbeit und viel Einfühlungsvermögen erfolgreich therapieren“, sagt die Hundehalterin.

Wichtig ist Beate Hirn-Hopfenspirger, dass nicht ihr Hund im Vordergrund steht, sondern die Kinder. Außerdem achtet sie sehr genau darauf, dass die Schüler die Verhaltensregeln im Umgang mit einem Hund und dessen Körpersprache kennen. Die Mädchen und Buben wissen, dass sie nicht hinter Luna herlaufen, sie nicht gegen ihren Willen festhalten und  nicht schreien dürfen.

Dass der Schulhund einen positiven Einfluss auf die Lernatmosphäre nimmt, kann Klassenlehrerin Astrid Buchhauser bestätigen: „Ein stressfreies Unterrichtsklima unterstützt den Lernerfolg maßgeblich, und dazu trägt Luna in jedem Fall bei.“ Luna hat sehr feine „Antennen“ und spürt sofort, wenn es einem Kind zum Beispiel nicht gut geht. Dann nimmt es Kontakt zu dem Kind auf, legt sich ihm zu Füßen, lässt sich kurz streicheln – und schon sieht die Welt ganz anders aus.

„Die Kinder lernen nicht nur leiser und konzentrierter, sie lernen auch, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen, außerdem Rücksichtnahme und soziale Sensibilität“, sagt Beate Hirn-Hopfenspirger. Drei bis vier Schüler haben Luna-Dienst: Sie gehen mit ihr in der Pause in den Schulgarten, wo die Golden-Retriever-Hündin ihr „Geschäft“ verrichten kann. Sie machen danach ihre schmutzigen Pfoten sauber, ehe Luna ins Klassenzimmer zurückkehrt. Und sie sorgen dafür, dass die Wasserschale immer gefüllt ist.

Das Gefühl, von Luna gebraucht zu werden, stärkt das Selbstbewusstsein der Schüler und trägt dazu bei, dass sie die mit dem Tier erlernten Verhaltensweisen auf soziale Situationen mit Menschen übertragen. Schulhunde stellen keine Anforderungen und haben keine Erwartungshaltung. Sie nähern sich unvoreingenommen und akzeptieren jeden Menschen ohne Vorurteile – Wesenszüge, die auch auf den Menschen übertragen ein harmonisches Miteinander unterstützen. „An Montessorischulen steht die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes im Vordergrund“, erklärt Beate Hirn-Hopfenspirger. Dabei leistet Luna wertvolle Unterstützung.

Das sehen die Pädagogen der Montessori-Grundschule in Landau genauso wie Studentin Janina Marchel. Sie arbeitet parallel zu ihrem Studium bereits an der Montessorischule in Regensburg. Später möchte sie gerne ihren eigenen Hund haben und ihn zum Schulhund ausbilden lassen. Seit die Studentin Luna und „ihre“ Klasse kennen gelernt hat, ist dieser Wunsch noch größer geworden.

Bild und Text: BH